{"id":1334,"date":"2026-03-12T10:23:46","date_gmt":"2026-03-12T10:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kommmit.eu\/?p=1334"},"modified":"2026-05-05T12:51:06","modified_gmt":"2026-05-05T12:51:06","slug":"grosse-versorgungsluecken-bei-psychisch-belasteten-gefluechteten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/grosse-versorgungsluecken-bei-psychisch-belasteten-gefluechteten\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Versorgungsl\u00fccken bei psychisch belasteten Gefl\u00fcchteten"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-medium-font-size\">STUDIE ZUR PSYCHOSOZIALEN VERSORGUNG IN OSTDEUTSCHLAND<\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Gro\u00dfe Versorgungsl\u00fccken bei psychisch belasteten Gefl\u00fcchteten<\/h2>\n\n\n<div class=\"has-text-align-center wp-block-post-date\"><time datetime=\"2026-03-12T10:23:46+00:00\">12. March 2026<\/time><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine neue Studie der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg zeigt deutliche Versorgungsl\u00fccken f\u00fcr psychisch belastete Gefl\u00fcchtete in Ostdeutschland. Unter den Teilnehmenden der Studie erhielten lediglich 15 % der Personen mit psychischer Belastung eine angemessene Versorgung. Bei besonders stark belasteten Menschen lag die Versorgungsquote noch deutlich niedriger. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt erhielten insgesamt nur 1,3 % der schwer belasteten Personen eine Behandlung, die internationalen Standards entspricht.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Ergebnisse f\u00fcr Brandenburg zeigen einen hohen Unterst\u00fctzungsbedarf: 77 % der befragten Gefl\u00fcchteten berichteten von psychischen Belastungen, bei 58,6 % wurde die Belastung als \u201eschwer\u201c eingestuft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wohnbedingungen verst\u00e4rken psychische Belastungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchung zeigt au\u00dferdem, dass die Unterbringungssituation einen gro\u00dfen Einfluss auf die psychische Gesundheit hat. Mehr als ein Drittel bewertet den Mangel an Privatsph\u00e4re als \u201eunertr\u00e4glich\u201c oder \u201eextrem unertr\u00e4glich\u201c. Unsichere Lebensbedingungen, fehlende Privatsph\u00e4re und wenig Selbstbestimmung im Alltag gehen laut Studie deutlich h\u00e4ufiger mit schweren psychischen Belastungen einher.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>H\u00fcrden im Gesundheitssystem<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zentrales Problem ist der eingeschr\u00e4nkte Zugang zum Gesundheitssystem: In den ersten drei Jahren nach der Ankunft haben viele Gefl\u00fcchtete nur Anspruch auf Behandlung akuter Erkrankungen. Psychische Erkrankungen fallen h\u00e4ufig nicht darunter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst sp\u00e4ter erhalten viele Gefl\u00fcchtete eine elektronische Gesundheitskarte und damit Zugang zur regul\u00e4ren medizinischen Versorgung. Die Studie zeigt deutlich, dass Menschen mit Gesundheitskarte deutlich h\u00e4ufiger Behandlung erhalten als Gefl\u00fcchtete ohne diesen Zugang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Sprachbarrieren erschweren die Versorgung: In vielen Praxen ist die Arbeit mit professionellen Dolmetscher*innen noch immer keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Psychosoziale Zentren schlie\u00dfen Versorgungsl\u00fccken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gibt es derzeit f\u00fcnf spezialisierte Psychosoziale Zentren, die gefl\u00fcchtete Menschen unterst\u00fctzen. Doch ihre Kapazit\u00e4ten reichen bei weitem nicht aus: 2024 konnten sie im Durchschnitt nur etwa jede zehnte Person mit Behandlungsbedarf versorgen. Viele Zentren stehen zudem unter erheblichem finanziellen Druck, da ihre Arbeit \u00fcberwiegend \u00fcber zeitlich befristete Projektmittel finanziert wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Forderungen f\u00fcr eine bessere Versorgung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesverband der Psychosozialen Zentren f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Folteropfer (BAfF) fordert deshalb:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine dauerhafte und fl\u00e4chendeckende Finanzierung der Psychosozialen Zentren<\/li>\n\n\n\n<li>eine Krankenkassenkarte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete von Beginn an \u2013 in allen Bundesl\u00e4ndern<\/li>\n\n\n\n<li>einen gesetzlichen Anspruch auf professionelle Sprachmittlung im Gesundheits-, Sozial- und Rechtsbereich<\/li>\n\n\n\n<li>menschenw\u00fcrdigen Wohnraum mit Privatsph\u00e4re, sozialer Anbindung und unabh\u00e4ngiger Beratung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie wurde im Rahmen des Projekts&nbsp;<a href=\"https:\/\/kommmit.eu\/en\/huerden-nehmen\/\" data-type=\"page\" data-id=\"191\">H\u00fcrden nehmen \u2013 Psychosoziale Versorgung f\u00fcr Gefl\u00fcchtete<\/a>&nbsp;durchgef\u00fchrt und von den Psychosozialen Zentren Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt in Auftrag gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europ\u00e4ischen Union kofinanziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vollst\u00e4ndige Studie steht&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.baff-zentren.org\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/BAfF_VB_BB_MV_ST_2026.pdf\">hier<\/a>&nbsp;zum Download zur Verf\u00fcgung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Studie der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg zeigt deutliche Versorgungsl\u00fccken f\u00fcr psychisch belastete Gefl\u00fcchtete in Ostdeutschland. 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