{"id":1386,"date":"2026-02-28T10:43:06","date_gmt":"2026-02-28T10:43:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kommmit.eu\/?p=1386"},"modified":"2026-04-30T06:06:13","modified_gmt":"2026-04-30T06:06:13","slug":"die-psychosozialen-folgen-der-neuen-asylrechtsverschaerfungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/die-psychosozialen-folgen-der-neuen-asylrechtsverschaerfungen\/","title":{"rendered":"Die psychosozialen Folgen der neuen Asylrechtsversch\u00e4rfungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-medium-font-size\">ISOLATION STATT SCHUTZ<\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Die psychosozialen Folgen der neuen Asylrechtsversch\u00e4rfungen<\/h2>\n\n\n<div class=\"has-text-align-center wp-block-post-date\"><time datetime=\"2026-02-28T10:43:06+00:00\">28. February 2026<\/time><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 27. Februar 2026 hat der Deutsche Bundestag mit dem sogenannten GEAS-Anpassungsgesetz eine erhebliche Ver\u00e4nderung des Asylrechts beschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Haft\u00e4hnliche Unterbringung und ihre psychischen Folgen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Einf\u00fchrung sogenannter Sekund\u00e4rmigrationszentren entstehen in Deutschland Unterbringungsformen mit faktisch haft\u00e4hnlichem Charakter. Menschen, deren Asylverfahren in einem anderen EU-Staat gef\u00fchrt werden soll, werden isoliert und in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr viele gefl\u00fcchtete Menschen ist Freiheitsentzug keine abstrakte Erfahrung. Sie haben Inhaftierung, staatliche Gewalt oder Verfolgung erlebt. Wenn Schutzsuchende erneut unter Bedingungen von Isolation und Kontrolle leben m\u00fcssen, kann dies retraumatisierend wirken. Psychosoziale Stabilisierung braucht Sicherheit, Verl\u00e4sslichkeit und Selbstbestimmung. Diese Voraussetzungen missachtet das neue Gesetz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders problematisch ist, dass unter Umst\u00e4nden auch Kinder betroffen sein k\u00f6nnen. Entwicklungspsychologisch ist belegt, dass anhaltende Unsicherheit und eingeschr\u00e4nkte Bewegungsfreiheit langfristige Folgen f\u00fcr die emotionale und kognitive Entwicklung haben k\u00f6nnen. Haft\u00e4hnliche Kontexte widersprechen damit grundlegenden Bed\u00fcrfnissen von Kindern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eSichere\u201c Herkunftsstaaten und strukturelles Misstrauen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel dazu hat das Europ\u00e4ische Parlament die Liste sogenannter \u201esicherer Herkunftsstaaten\u201c erweitert. Kosovo, Bangladesch, Kolumbien, \u00c4gypten, Indien, Marokko und Tunesien gelten k\u00fcnftig als sicher, sodass Asylantr\u00e4ge von Staatsangeh\u00f6rigen dieser L\u00e4nder beschleunigt gepr\u00fcft werden sollen. Grunds\u00e4tzlich sollen auch EU-Beitrittskandidaten wie die T\u00fcrkei als sichere Herkunftsstaaten eingestuft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus psychosozialer Perspektive ist die verfolgte Beschleunigung problematisch. Traumatische Erfahrungen sind h\u00e4ufig fragmentiert gespeichert und schwer zug\u00e4nglich. Viele Betroffene ben\u00f6tigen Zeit und Vertrauen, um \u00fcber erlittene Gewalt sprechen zu k\u00f6nnen. Verfahren, die Schnelligkeit \u00fcber sorgf\u00e4ltige Einzelfallpr\u00fcfungen stellen, erh\u00f6hen das Risiko, dass Schutzbedarfe unerkannt bleiben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. 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