{"id":1520,"date":"2025-11-06T11:25:58","date_gmt":"2025-11-06T11:25:58","guid":{"rendered":"https:\/\/kommmit.eu\/?p=1520"},"modified":"2026-04-30T11:26:46","modified_gmt":"2026-04-30T11:26:46","slug":"kuerzungen-bedrohen-psychosoziale-hilfe-fuer-gefluechtete-in-brandenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/kuerzungen-bedrohen-psychosoziale-hilfe-fuer-gefluechtete-in-brandenburg\/","title":{"rendered":"K\u00fcrzungen bedrohen psychosoziale Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Brandenburg"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-medium-font-size\">HAUSHALTSPLANUNGEN<\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">K\u00fcrzungen bedrohen psychosoziale Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Brandenburg<\/h2>\n\n\n<div class=\"has-text-align-center wp-block-post-date\"><time datetime=\"2025-11-06T11:25:58+00:00\">6. November 2025<\/time><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Psychosoziale Zentrum Brandenburg blickt mit gro\u00dfer Sorge auf die aktuellen Haushaltsplanungen des Bundes und der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr das Jahr 2026. Nach den derzeitigen Haushaltsentw\u00fcrfen sollen die Mittel f\u00fcr die psychosoziale Versorgung gefl\u00fcchteter Menschne massiv gek\u00fcrzt werden, mit dramatischen Folgen f\u00fcr Menschen, die nach Krieg, Folter und Flucht in Brandenburg Schutz suchen und dringend Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele der gefl\u00fcchteten Menschen in Deutschland leiden unter Traumafolgest\u00f6rungen, Depressionen, Angstzust\u00e4nden oder Schlaflosigkeit. F\u00fcr sie sind die Psychosozialen Zentren oft der einzige Ort, an dem sie sich sicher f\u00fchlen, verstanden werden und professionelle Unterst\u00fctzung erhalten. Eine K\u00fcrzung der Mittel bedeutet f\u00fcr diese Menschen weit mehr als den Verlust einer Therapie: Sie k\u00f6nnen Halt, Vertrauen und die Hoffnung auf Stabilisierung sowie auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verlieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Geplante K\u00fcrzungen um \u00fcber 40 Prozent<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesmittel f\u00fcr die psychosoziale Versorgung Gefl\u00fcchteter sollen 2026 um mehr als 40 Prozent reduziert werden: von derzeit rund 12 Millionen auf nur noch 7,1 Millionen Euro. Zugleich stehen auch die EU-F\u00f6rdermittel aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) k\u00fcnftig nur noch sehr eingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr Brandenburg wird nach aktueller Planung lediglich ein Viertel der bisherigen F\u00f6rderung erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders problematisch ist die geplante Verteilung der AMIF-Mittel nach dem sogenannten K\u00f6nigsteiner Schl\u00fcssel. Dieses Verfahren orientiert sich an Bev\u00f6lkerungszahlen und Steueraufkommen, nicht aber am tats\u00e4chlichen Bedarf. Damit werden gerade strukturschwache Bundesl\u00e4nder erheblich benachteiligt. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags weist seit Jahren darauf hin, dass der K\u00f6nigsteiner Schl\u00fcssel f\u00fcr soziale Programme ungeeignet ist, weil er jene Regionen benachteiligt, in denen der Bedarf an Unterst\u00fctzung am gr\u00f6\u00dften ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ostdeutsche Zentren besonders stark betroffen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Fl\u00e4chenl\u00e4ndern wie Brandenburg ist keine zentrale Versorgungsstruktur m\u00f6glich. \u00dcber viele Jahre hinweg wurden deshalb mit gro\u00dfem Engagement dezentrale psychosoziale Angebote in Landkreisen und St\u00e4dten aufgebaut \u2013 meist unter schwierigen Bedingungen und mit begrenzten Ressourcen. Das Psychosoziale Zentrum Brandenburg ist vielerorts die einzige psychologisch-psychotherapeutisch arbeitende Anlaufstelle f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, die extreme Gewalt, Verfolgung und Verlust erlebt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da viele Betroffene faktisch keinen Zugang zum regul\u00e4ren psychotherapeutischen Regelangebot haben, sind sie vollst\u00e4ndig auf die spezialisierten Angebote f\u00fcr Gefl\u00fcchtete angewiesen. Werden die K\u00fcrzungen umgesetzt, drohen&nbsp; 2026 Aufnahmestopps, der Wegfall von Therapie- und Beratungsangeboten, massiver Personalabbau und Schlie\u00dfungen ganzer Einrichtungen. F\u00fcr viele Gefl\u00fcchtete w\u00fcrde das bedeuten: keine Therapie, keine Stabilisierung, keine Chance auf Integration.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Psychosoziale Versorgung ist Grundversorgung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Psychosoziale Arbeit ist kein Zusatzangebot, sondern ein unverzichtbarer Teil der gesundheitlichen Grundversorgung f\u00fcr Gefl\u00fcchtete. Eine gesicherte Finanzierung ist die Grundlage f\u00fcr Stabilisierung, Teilhabe und Integration \u2013 und sie beugt Krisen, Chronifizierungen und hohen Folgekosten im Gesundheitssystem vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir unterst\u00fctzen deshalb ausdr\u00fccklich die Forderung der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Folteropfer (BAfF), die Bundesmittel kurzfristig auf mindestens 27 Millionen Euro zu erh\u00f6hen. Nur so kann die fl\u00e4chendeckende Versorgung traumatisierter Gefl\u00fcchteter in Brandenburg und den anderen ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern aufrechterhalten werden und nur so bleibt Deutschland seiner humanit\u00e4ren Verantwortung gegen\u00fcber den besonders Schutzbed\u00fcrftigen gerecht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Psychosoziale Zentrum Brandenburg blickt mit gro\u00dfer Sorge auf die aktuellen Haushaltsplanungen des Bundes und der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr das Jahr 2026. 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