{"id":1527,"date":"2025-11-10T11:28:39","date_gmt":"2025-11-10T11:28:39","guid":{"rendered":"https:\/\/kommmit.eu\/?p=1527"},"modified":"2026-04-30T11:29:59","modified_gmt":"2026-04-30T11:29:59","slug":"psychosoziale-versorgung-in-der-krise-massive-kuerzungen-bedrohen-zentren-fuer-gefluechtete-in-ostdeutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/psychosoziale-versorgung-in-der-krise-massive-kuerzungen-bedrohen-zentren-fuer-gefluechtete-in-ostdeutschland\/","title":{"rendered":"Psychosoziale Versorgung in der Krise: Massive K\u00fcrzungen bedrohen Zentren f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Ostdeutschland"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-medium-font-size\">PRESSEMITTEILUNG<\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Psychosoziale Versorgung in der Krise: Massive K\u00fcrzungen bedrohen Zentren f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Ostdeutschland<\/h2>\n\n\n<div class=\"has-text-align-center wp-block-post-date\"><time datetime=\"2025-11-10T11:28:39+00:00\">10. November 2025<\/time><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gemeinsame Pressemitteilung der ostdeutschen Psychosozialen Zentren<\/strong> <strong>Brandenburg, Greifswald, Neubrandenburg, Rostock, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10.11.2025 &#8211; In Ostdeutschland sind viele Psychosoziale Zentren (PSZ) in ihrer Existenz bedroht und damit auch die psychosoziale Versorgung f\u00fcr Gefl\u00fcchtete. Die PSZ sind die einzigen spezialisierten Einrichtungen f\u00fcr traumatisierte und besonders schutzbed\u00fcrftige Gefl\u00fcchtete und stellen daher eine unverzichtbare Erg\u00e4nzung der gesundheitlichen Regelversorgung dar. Bundesweit betreuen sie j\u00e4hrlich rund&nbsp;<\/strong><a href=\"https:\/\/us13.mailchimp.com\/mctx\/clicks?url=https%3A%2F%2Fwww.baff-zentren.org%2Faktuelles%2Fpm-finanzierung-psz-2026%2F&amp;xid=780fadf29d&amp;uid=197008706&amp;iid=6c87515ea7&amp;pool=cts&amp;v=2&amp;c=1762757972&amp;h=e84b71c55c2f8b08288a65191622df64755e7a8f8c1b910187397cc74bccdf96\"><strong>30.000 Klient*innen<\/strong><\/a><strong>&nbsp;und decken damit schon heute nur&nbsp;<\/strong><a href=\"https:\/\/us13.mailchimp.com\/mctx\/clicks?url=https%3A%2F%2Fwww.baff-zentren.org%2Faktuelles%2Fpm-finanzierung-psz-2026%2F&amp;xid=780fadf29d&amp;uid=197008706&amp;iid=6c87515ea7&amp;pool=cts&amp;v=2&amp;c=1762757972&amp;h=e84b71c55c2f8b08288a65191622df64755e7a8f8c1b910187397cc74bccdf96\"><strong>3,1 Prozent<\/strong><\/a><strong>&nbsp;des tats\u00e4chlichen Bedarfs. Durch drastische K\u00fcrzungen der Bundes- und EU-F\u00f6rderung droht ab 2026 ein erheblicher Versorgungseinbruch, insbesondere in Ostdeutschland. Das h\u00e4tte gravierende Folgen f\u00fcr Betroffene und Gesellschaft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung plant, die Bundesmittel f\u00fcr die PSZ um 41 Prozent auf nur noch&nbsp;<a href=\"https:\/\/us13.mailchimp.com\/mctx\/clicks?url=https%3A%2F%2Fwww.baff-zentren.org%2Faktuelles%2Fpm-finanzierung-psz-2026%2F&amp;xid=780fadf29d&amp;uid=197008706&amp;iid=6c87515ea7&amp;pool=cts&amp;v=2&amp;c=1762757972&amp;h=e84b71c55c2f8b08288a65191622df64755e7a8f8c1b910187397cc74bccdf96\">7,1 Millionen Euro<\/a>&nbsp;zu k\u00fcrzen. Die Lage versch\u00e4rft sich zus\u00e4tzlich durch die Reduzierung von EU-Mitteln und eine ge\u00e4nderte Verteilungsstruktur. Dadurch stehen den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern k\u00fcnftig bis zu 75 Prozent weniger EU-Mittel zur Verf\u00fcgung als bisher. Nach aktuellem Stand m\u00fcsste ab dem kommenden Jahr eine entsprechend gro\u00dfe Zahl des Fachpersonal<s><em>s<\/em><\/s>&nbsp;entlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teilweise gibt es Bem\u00fchungen auf Landesebene, die Finanzierungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen. Generell bleibt die Situation in den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern jedoch prek\u00e4r bis existenziell: Mehrere Einrichtungen m\u00fcssen ihr Angebot stark einschr\u00e4nken oder stehen unmittelbar vor dem Aus. Eine langfristige Finanzierungsperspektive besteht bislang nirgends.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drohende Folgen: Aufnahmestopps, Therapieabbr\u00fcche, Schlie\u00dfungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits jetzt mussten einige PSZ, darunter Rostock und Greifswald, aufgrund des hohen Bedarfs, langer Wartelisten und der unsicheren Finanzierung Aufnahmestopps verh\u00e4ngen. Durch die geplanten K\u00fcrzungen drohen Therapie- und Versorgungsabbr\u00fcche bis hin zur Schlie\u00dfung ganzer Einrichtungen. In der Folge ist mit einer Zunahme von chronischen und akuten Krankheitsverl\u00e4ufen sowie Krisensituationen zu rechnen. Die Belastung wird sich auf Kliniken und Notaufnahmen verlagern und dort zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten binden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir haben \u00fcber Jahre hinweg wertvolle lokale Strukturen und Netzwerke in strukturschwachen Regionen aufgebaut, die eine Versorgung fernab der Gro\u00dfst\u00e4dte \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machen\u201c, erkl\u00e4rt Joachim R\u00fcffer, Vorstandsvorsitzender des PSZ Brandenburg (KommMit e.V.). \u201eDiese Strukturen sind nun akut gef\u00e4hrdet und mit ihnen die spezialisierte Unterst\u00fctzung f\u00fcr viele traumatisierte gefl\u00fcchtete Menschen\u201c, erl\u00e4utert R\u00fcffer weiter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Psychosozialen Versorgungsnotstand abwenden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Gerade in Ostdeutschland sind die medizinischen Regelsysteme schwer f\u00fcr Gefl\u00fcchtete zug\u00e4nglich. Ohne die psychosoziale Versorgung durch die PSZs bleiben traumatisierte Gefl\u00fcchtete auf sich allein gestellt und ganze Landstriche unversorgt&#8220;, kritisiert Ulrike Wanitschke, Sozialarbeiterin und systemische Therapeutin beim PSZ Rostock.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUm den psychosozialen Versorgungsnotstand f\u00fcr Gefl\u00fcchtete in Ostdeutschland abzuwenden, ist es notwendig, die Mittel entlang des tats\u00e4chlichen Versorgungsbedarfs zu verteilen und Bundesmittel aufzustocken\u201c, erkl\u00e4rt Carolin Kremer-Ebenau, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin vom PSZ REFUGIO Th\u00fcringen. \u201eNur so k\u00f6nnen bestehende Versorgungsl\u00fccken geschlossen und die dringend ben\u00f6tigte Stabilit\u00e4t in der psychosozialen Betreuung erhalten bleiben\u201c, appelliert Kremer-Ebenau an die Verantwortlichen des BAMF und des Bundes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ostdeutschen PSZ fordern daher eine bedarfsgerechte Verteilung der F\u00f6rdermittel sowie eine angemessene Ber\u00fccksichtigung struktureller L\u00fccken in der ostdeutschen Versorgungslandschaft. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Psychosozialen Zentren f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Folteropfer (BAfF) setzen sie sich zudem f\u00fcr eine Aufstockung der Bundesmittel auf mindestens 27 Millionen Euro sowie der EU-Mittel um 30 Prozent, um die psychosoziale Versorgung Gefl\u00fcchteter langfristig sichern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele gefl\u00fcchtete Menschen haben Krieg, Verfolgung, Gewalt oder den Verlust von Angeh\u00f6rigen erlebt. Ohne fachgerechte Unterst\u00fctzung k\u00f6nnen diese Erfahrungen zu schweren psychischen Erkrankungen, sozialem R\u00fcckzug und dem Verlust von Selbstst\u00e4ndigkeit f\u00fchren. Besonders in der ersten Zeit nach der Ankunft in Deutschland ist der Zugang zum Gesundheitssystem h\u00e4ufig erschwert. Die Psychosozialen Zentren bieten spezialisierte Therapie, Beratung und Stabilisierung, oft in der Muttersprache und mit kultur<em>&#8211;<\/em>&nbsp;und diskriminierungssensiblem Ansatz. Ihre multiprofessionelle Arbeit st\u00e4rkt psychische Gesundheit, soziale Stabilit\u00e4t und gesellschaftliche Teilhabe. Fr\u00fchzeitige psychosoziale Unterst\u00fctzung beugt Chronifizierungen vor und verhindert, dass sich Belastungen in akute Krisen oder station\u00e4re Behandlungen verlagern. Damit leisten die PSZ einen unverzichtbaren Beitrag zu Stabilit\u00e4t, Gesundheit und sozialem Zusammenhalt in der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PSZ Brandenburg (KommMit e.V.)<br>PSZ Greifswald<br>PSZ Neubrandenburg<br>PSZ Rostock<br>PSZ Sachsen<br>PSZ Sachsen-Anhalt<br>PSZ REFUGIO Th\u00fcringen<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> In Ostdeutschland sind viele Psychosoziale Zentren (PSZ) in ihrer Existenz bedroht und damit auch die psychosoziale Versorgung f\u00fcr Gefl\u00fcchtete. Die PSZ sind die einzigen spezialisierten Einrichtungen f\u00fcr traumatisierte und besonders schutzbed\u00fcrftige Gefl\u00fcchtete und stellen daher eine unverzichtbare Erg\u00e4nzung der gesundheitlichen Regelversorgung dar.<\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kad_post_transparent":"enable","_kad_post_title":"hide","_kad_post_layout":"narrow","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"default","_kad_post_feature":"hide","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-1527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-pressemitteilung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1527"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1534,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1527\/revisions\/1534"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}