{"id":1692,"date":"2024-02-01T04:26:00","date_gmt":"2024-02-01T04:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kommmit.eu\/?p=1692"},"modified":"2026-05-05T12:43:38","modified_gmt":"2026-05-05T12:43:38","slug":"rueckfuehrungsverbesserungsgesetz-verdopplung-der-wartezeit-auf-soziale-und-gesundheitliche-regelleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/rueckfuehrungsverbesserungsgesetz-verdopplung-der-wartezeit-auf-soziale-und-gesundheitliche-regelleistungen\/","title":{"rendered":"R\u00fcckf\u00fchrungsverbesserungsgesetz: Verdopplung der Wartezeit auf soziale und gesundheitliche Regelleistungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-medium-font-size\">NEWS<\/h3>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">R\u00fcckf\u00fchrungsverbesserungsgesetz: Verdopplung der Wartezeit auf soziale und gesundheitliche Regelleistungen<\/h2>\n\n\n<div class=\"has-text-align-center wp-block-post-date\"><time datetime=\"2024-02-01T04:26:00+00:00\">1. February 2024<\/time><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Verabschiedung des R\u00fcckf\u00fchrungsverbesserungsgesetzes im Januar durch den Bundestag hat die Wartefrist nach \u00a7 2 Abs. 1 S. 1 AsylbLG und somit den Zugang zu Sozial- und Gesundheitsleistungen wie im Regelsystem f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen von 18 auf 36 Monate verdoppelt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bisher lag die Wartezeit f\u00fcr den Zugang zu diesen Leistungen bei anderthalb Jahren. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes haben asylsuchende Menschen nun jedoch drei Jahre zu \u00fcberbr\u00fccken, bevor sie vollen Zugang zu Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen erhalten. Diese l\u00e4ngere Wartezeit bedeutet, dass sie mit 50 bis 80 Euro monatlich weniger leben m\u00fcssen. Die Argumentation, dass asylsuchende Menschen in dieser Zeit geringere Bed\u00fcrfnisse haben, ist bereits bei anderthalb Jahren Wartezeit unzutreffend und wird durch die Verl\u00e4ngerung der Wartezeit auf drei Jahre noch fragw\u00fcrdiger. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnten die Bed\u00fcrfnisse von asylsuchenden Menschen aufgrund ihrer spezifischen Lebenssituation sogar h\u00f6her sein als die der einheimischen Regelleistungsempf\u00e4nger. Diese Verl\u00e4ngerung der Wartezeit und die damit einhergehende Absenkung der Leistungss\u00e4tze unter den durch das SGB II definierten Mindeststandard werden von Organisationen, die gefl\u00fcchtete Menschen unterst\u00fctzen und Rechtsanw\u00e4lt:innen als Menschenw\u00fcrdeverletzung und vermutlich verfassungswidrig bezeichnet. Jurist:innen empfehlen daher, gegen die Beibehaltung der herabgesetzten Leistungss\u00e4tze nach 18 Monaten Widerspruch einzulegen und eine Kl\u00e4rung dieser Fragen vor dem Bundesverfassungsgericht anzustreben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit die brandenburgischen Landkreise und St\u00e4dte an der Aush\u00e4ndigung von elektronischen Gesundheitskarten an asylsuchende Menschen festhalten, ist \u2013 entgegen der Situation in anderen Bundesl\u00e4ndern &#8211; zun\u00e4chst nicht mit einer Verschlechterung der allgemeinen gesundheitlichen Versorgung in Brandenburg zu rechnen. Allerdings wird der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung noch schwieriger werden. Bereits jetzt ist es f\u00fcr asylsuchende Menschen eine Herausforderung, eine Behandlung bei niedergelassenen Psychotherapeut:innen zu erhalten. Mit der Verl\u00e4ngerung der Wartezeit auf 36 Monate wird das Instrument der Erm\u00e4chtigung von Psychotherapeut:innen und Psychosozialen Zentren f\u00fcr die Behandlung von traumatisierten gefl\u00fcchteten Menschen nahezu unwirksam, da auch diese erst nach drei Jahren eine kassenfinanzierte Therapie anbieten k\u00f6nnen. Dies f\u00fchrt zu einer weiteren Vergr\u00f6\u00dferung der Versorgungsl\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist von entscheidender Bedeutung, dass gefl\u00fcchtete Menschen Zugang zu angemessener psychosozialer Gesundheitsversorgung erhalten. Die bestehenden Barrieren m\u00fcssen abgebaut und die Versorgungsl\u00fccken geschlossen werden, um sicherzustellen, dass jeder Mensch, unabh\u00e4ngig von seinem Aufenthaltsstatus, die notwendige Unterst\u00fctzung und Behandlung erh\u00e4lt, die er ben\u00f6tigt, um ein Leben in W\u00fcrde zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.baff-zentren.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/2024-Positionspapier-AsylbLG-Verlaengerung.pdf\">Zum Positionspapier: Gesundheitliche Folgen bei der Verdoppelung der Asylleistungsbeschr\u00e4nkungen von 18 auf 36 Monate<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.ra-gerloff.de\/newsletter\/Newsletter-01-2024.pdf\">Zum Aufruf von Rechtsanwalt Volker Gerloff<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verabschiedung des R\u00fcckf\u00fchrungsverbesserungsgesetzes im Januar durch den Bundestag hat die Wartefrist nach \u00a7 2 Abs. 1 S. 1 AsylbLG und somit den Zugang zu Sozial- und Gesundheitsleistungen wie im Regelsystem f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen von 18 auf 36 Monate verdoppelt.<\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kad_post_transparent":"enable","_kad_post_title":"hide","_kad_post_layout":"narrow","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"hide","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1692","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blogbeitraege"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1692","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1692"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1692\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1695,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1692\/revisions\/1695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommmit.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}